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Blick über die Felder am Katharinenberg, Sonne bricht durch eine Wolkenbank über der Baumreihe

Bürgerinitiative zum Schutze unseres Katharinenbergs

Der Katherer gehört allen.

Wir setzen uns für den Erhalt des Katharinenbergs als Naherholungsraum ein — und fordern, dass über den „Keltenpark“ in einer außerordentlichen Bürgerversammlung gesprochen wird.

0 Wunsiedlerinnen und Wunsiedler tragen den Antrag.

Worum es geht

Ein Beschluss, den kaum jemand kennt

Am 23. Juli 2026 hat der Wunsiedler Stadtrat mehrheitlich beschlossen, die Bauleitplanung auf dem Katharinenberg einzuleiten. Dort soll ein Geschichts- und Erlebnispark entstehen, in der Berichterstattung „Keltendorf“ oder „Wunhenge“ genannt.

Der Katharinenberg ist das Filetstück unseres städtischen Naherholungsraumes. Seit zwei Jahrzehnten bindet dieses Projekt in wiederholten Anläufen personelle und finanzielle Mittel der Stadtverwaltung. Und seit zwei Jahrzehnten erfährt die Bürgerschaft wenig darüber, was eigentlich geplant ist.

Wir sind eine parteiunabhängige Initiative von Wunsiedler Bürgerinnen und Bürgern. Wir sind nicht gegen Entwicklung. Wir wollen wissen, worüber entschieden wird — bevor entschieden wird.

Und wir wollen mitreden. Beteiligung ist kein Entgegenkommen, das man Bürgern gewährt. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass eine Entscheidung später auch trägt. Wer die Menschen erst fragt, wenn die Bagger bestellt sind, bekommt Widerstand statt Rückhalt.

Wir möchten gehört werden. Nicht informiert, wenn alles feststeht, sondern beteiligt, solange noch etwas zu entscheiden ist.

Chronologie

Wie es dazu kam

  1. 2009

    Das Vorhaben scheitert am Widerstand des Jagdverbands und der Wunsiedler Bürger.TAZ, 30.03.2021, und Angaben der Initiative

  2. 2009

    Die Stadt gibt das Collis-Clamat-Gelände dem Mittelalterverein „Die Hundlinge“ frei, für ein Wochenendevent und zwei bis drei Vereinsabende im Jahr. Erlaubt ist damit ausschließlich eine temporäre Nutzung.Nach Angaben der Initiative

  3. 2020

    Das Projekt Wunhenge wird wieder aufgenommen und der Stadtrat stimmt erneut zu. Als Standort ist nun der Katharinenberg mit dem Collis-Clamat-Gelände vorgesehen.TAZ, 30.03.2021; Wiesentbote, 19.12.2020

  4. 2021

    Machbarkeits- und Finanzierungsplanung. Als Zielgröße werden rund 100.000 Besucher im Jahr genannt, als Fertigstellung zunächst 2023. Der Ideengeber Kai Hammerschmidt beziffert das Vorhaben öffentlich mit „ca. fünfeinhalb Millionen“.TAZ, 30.03.2021

  5. 2024

    Die Stadt Wunsiedel verkauft die Grundstücke am Katharinenberg an einen privaten Investor.TVO, 12.08.2024

  6. 23.07.2026

    Der Stadtrat fasst den Einleitungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt und zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Keltenpark am Katharinenberg“. Es gibt fünf Gegenstimmen.Beschluss des Stadtrates vom 23.07.2026; Frankenpost, 24.07.2026

Die vollständige Chronologie bis heute
  1. 25./26.07.2026

    Ein Bericht nennt einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“, den die Firma Aumer in die Hand nehmen wolle.Frankenpost, 25./26.07.2026

  2. August 2026

    Die Bürgerinitiative stellt einen Antrag auf eine außerordentliche Bürgerversammlung.

  3. 27.08.2026

    Bürgermeister Nicolas Lahovnik äußert sich in einem Interview erstmals ausführlich zum Projekt.Frankenpost, 27.08.2026

  4. 11.09.2026

    Bis zu diesem Tag haben wir den Bürgermeister um eine schriftliche Rückmeldung gebeten.

Unsere Fragen

Was offen bleibt

Der Bürgermeister hat sich am 27. August erstmals ausführlich geäußert. Einige Sorgen konnte er entkräften. Viele Punkte bleiben für uns offen.

Was wurde vereinbart?

Wo ist die Machbarkeitsstudie?

Was kostet es wirklich?

Was sagt das Genehmigungsrecht?

Was sagen die Modellflieger, Naturschützer, Landwirte, Anwohner, der Bayerische Jagdverband und was sagen die Wunsiedler Bürger?

Deshalb fordern wir eine neutrale, externe Moderation, um den Themen Raum zu geben und Demokratie aufs Beste zu leben, denn Wunsiedel ist bunt!

Was auf dem Spiel steht

Ein Berg mit zwei Geschichten

Seit 1811 legen Wunsiedler Bürger auf dem Katharinenberg einen Park an — nach Angaben der Umweltstation der älteste Bürgerpark Bayerns. Und schon lange davor war er der Berg, auf dem die Stadt ihre älteste Kirche baute. Die unverstellten Panoramen vom Katherer hinaus auf das Fichtelgebirge sind einzigartig.

Behutsame Planungen haben hier über Jahrzehnte ein Ensemble entstehen lassen, das seinesgleichen sucht:

2022

Die Stadt Wunsiedel wurde für den Naturschutz an diesem Berg ausgezeichnet. Der Bayerische Naturschutzfonds verlieh ihr den Biodiversitätspreis „NaturVielfaltBayern“ — den zweiten Preis für die Sanierung von elf Felsenkellern in der Kellergasse als Winterquartiere für Fledermäuse. In der Begründung heißt es, das Projekt zeichne sich durch „außerordentliches Engagement der Stadt Wunsiedel“ aus.

Umweltstation Lernort Natur-Kulturstaatlich anerkannt
Jugendherbergeam Fuß des Berges
Steinfachzentrumüberregional bedeutend
BJV-Landesjagdschulegrößte in Bayern
Greifvogelpark und WildgehegeArtenschutz
Fledermausquartier Kellergassefrisch saniert
Geschützter Landschaftsbestandteil Birnbaumgassenach § 29 BNatSchG
Nord- und Nordwesthangteils Naturdenkmal

Eine Event-Festwiese für Großveranstaltungen in Hörweite stellt nicht nur den Fortbestand des Lehr- und Forschungsreviers des Bayerischen Jagdverbandes in Frage, sondern steht auch im Widerspruch zu den Naherholungsbedürfnissen der Wunsiedler Bürger. Aus der Pressemitteilung der Bürgerinitiative

Der Katharinenberg mit einzelnem Baum am Feldrand und Waldkante im Abendlicht
Blick über den Katherer. Die unverstellten Panoramen sind der Kern dessen, was hier geschützt werden soll.

Die Alternative

Warum nicht an einem anderen Standort?

Wir fragen uns: Hat das Rathaus sinnvolle alternative Standorte geprüft? Eine Ansiedlung an einem anderen Standort, zum Beispiel im Umfeld des Gewerbegebiets „Plärrer“ direkt an der Autobahnabfahrt der A93, hätte aus unserer Sicht handfeste Vorteile:

Vorhandene Infrastruktur nutzenstatt neu erschließen
Tagestouristen direkt abfangenohne Verkehr durch die Stadt
Das Ökosystem des Katharinenbergs schonenLandschaftsschutzgebiet
Weniger Genehmigungshürdenschnellere Umsetzung
Weiter Blick über Felder und Wälder ins Fichtelgebirge, Abendsonne hinter Wolken
Die Aussicht, um die es geht. Was hier gebaut wird, steht für Jahrzehnte.

Im Dialog

Was der Bürgermeister sagt — und was wir dazu meinen

Am 27. August hat sich Bürgermeister Nicolas Lahovnik in der Frankenpost ausführlich zum Projekt geäußert. Wir halten es für richtig, seine Argumente hier wiederzugeben, statt nur unsere eigenen. An einigen Stellen bringt das die Debatte weiter, an anderen bleiben Fragen.

Bürgermeister Lahovnik

„Ich finde den Standort klug gewählt. Der Katharinenberg wurde viele Jahre lang als Freizeit- und Veranstaltungsort genutzt. Auch im Masterplan Katharinenberg ist eine Freizeitnutzung vorgesehen.“

Unsere Antwort

Der Bürgermeister hat recht: Auf dem Berg wurde immer gefeiert. Seit 1444 ist dort Kirchweih belegt, am Katharinentag stand ein Jahrmarkt. Das war allerdings die Stadt selbst, auf ihrem eigenen Berg, für alle offen und ohne Eintritt. Zwischen dem und einem ganzjährig betriebenen Erlebnispark liegt ein fundamentaler Unterschied. Wir bitten darum, den Masterplan öffentlich zugänglich zu machen, damit alle nachlesen können, was dort tatsächlich vorgesehen ist.

Bürgermeister Lahovnik

„Wir reden hier nicht über einen Eventpark à la Geiselwind mit aufwendigen Fahrgeschäften, sondern über naturnahe Erlebnisse. Gebaut wird mit Holz und Stein. […] Außerdem handelt es sich um eine eher ruhige Attraktion, die keine Lärmemissionen verursacht.“

Unsere Antwort

Das nehmen wir gern zur Kenntnis, und es entkräftet einen Teil unserer Sorge. Dann sollte es aber auch verbindlich werden: Materialien, Höhen, Öffnungszeiten und der Ausschluss von Großveranstaltungen gehören in den Bebauungsplan, nicht in ein Interview. Genau dafür ist das Verfahren da, das gerade beginnt.

Bürgermeister Lahovnik

„Weder den Modellfliegern noch den Landwirten wird etwas weggenommen. Wir nehmen die Bedenken ernst, konnten aber den Forderungen entsprechen. So sind wir sind mit den Modellfliegern übereingekommen, dass die Bebauung weitere 100 Meter von der Flugzone wegrückt.“

Unsere Antwort

Diese Aussage trifft nur teilweise zu. Die Modellflieger und die Landwirte haben bei jedem Besprechungstermin ihre Bedenken ausgesprochen.

Bürgermeister Lahovnik

„Wir wollen gerade nicht auf die Grüne Wiese und nutzen ein für die Freizeitnutzung vorgesehenes Areal.“

Unsere Antwort

Das Gewerbegebiet Plärrer ist keine grüne Wiese, sondern erschlossenes Gewerbegebiet direkt an der Autobahnabfahrt der A93. Der Katharinenberg dagegen liegt im Landschaftsschutzgebiet. Uns geht es nicht darum, den Standort zu verwerfen, sondern darum, dass alle Alternativen geprüft und die Prüfung offengelegt wird.

Bürgermeister Lahovnik

„Das Unternehmen hat eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen und sich intensiv mit dem Konzept und dem Standort auseinandergesetzt.“

Unsere Antwort

Das ist eine gute Nachricht, denn bisher war öffentlich nur von einer Studie aus dem Jahr 2009 die Rede. Wenn eine neue Untersuchung vorliegt, sollte sie auf den Tisch: Welche Besucherzahlen werden angenommen, worauf stützen sie sich, und welche Anteile trägt die Stadt bei Erschließung, Verkehr und Folgekosten?

Bürgermeister Lahovnik

„Es gibt einen Bezug zu den Kelten.“

Unsere Antwort

Das Argument konnte einer sachkundigen Prüfung nicht standhalten.

Alle Zitate aus: Matthias Bäumler, „Zukunft von Wunsiedel: Keltendorf und Campus als Schlüsselprojekte“, Frankenpost vom 27.08.2026. Der Beitrag ist dort vollständig nachzulesen.

Verschneite Felder am Fuße des Katharinenbergs, die Abendsonne spiegelt sich im zugefrorenen Weiher
Ein Winterabend am Fuße des Berges. Auch das ist ein Angebot, das im Winter trägt.

Was wir fordern

Eine öffentliche Bürgerversammlung

An dieser Stelle sei an Ihr Wort der offenen Informationspolitik erinnert, das Sie zu Beginn Ihrer ersten Amtszeit der Wunsiedler Bürgerschaft gaben. Aus dem Antrag an Bürgermeister Nicolas Lahovnik

Unser Vorschlag

Ein Abend, ein Thema, eine Moderation

Uns ist es wichtig, dass die Bürgerversammlung unter folgenden Voraussetzungen stattfindet:

Nur dieses eine Thema

Neutral moderiert

Von jemandem mit Erfahrung

Sechs Jahrhunderte

Der Berg und die Stadt sind zusammen aufgewachsen

Die Wunsiedler Stadthistorikerin Elisabeth Jäger hat die frühe Geschichte des Katharinenbergs aus den Stadtrechnungen und Urkunden rekonstruiert. Was dort steht, geht weit über einen Ausflugsberg hinaus.

Für die Bewohner von Wunsiedel gehörte sie von Anfang an so eng zum Stadtgebiet, daß ihnen, die von fast zahllosen Bergen und Hügeln umgeben waren, beinahe 200 Jahre lang die Bezeichnung „der Berg“ genügte. Elisabeth Jäger über den Katharinenberg

Zweihundert Jahre lang brauchte es keinen Namen. Es gab nur einen Berg, der zu Wunsiedel gehörte, und alle wussten, welcher gemeint war. Den Namen Katharinenberg setzte erst das 16. Jahrhundert durch.

  1. um 1300

    Das Holz für den Bau der Stadt kommt vom Berg. Der Chronist Johann Georg Pertsch schreibt später: „Der zunächst liegende Katharinenberg war so dicht mit Bäumen bewachsen, daß er imstande war, zur Erbauung der Stadt genugsames Holz zu geben.“

  2. Mitte 14. Jh.

    Auf dem Gipfel errichten die Wunsiedler eine Kapelle und widmen sie der heiligen Katharina von Alexandrien. Sie entsteht kurz nach der Gründung der Stadt. Ihre Ruine steht bis heute — eine der wenigen erhaltenen Kirchenruinen des Mittelalters in der Region.

  3. um 1360

    Die Kirche ist Wallfahrtsziel für die ganze Umgebung. Ein Ablassbrief vom 1. Oktober 1364 belegt ihren Rang; vermittelt hat ihn ein Wunsiedler Bürger.

  4. 1384

    „Bürgermeister, Rat und alle Bürger der Stadt“ stiften eine tägliche Messe auf dem Berg. Um sie zu finanzieren, kauft die Bürgerschaft das Lehensrecht über zwei ganze Dörfer.

Weiter bis in die Gegenwart — Reformation, Bürgerpark, Auszeichnung
  1. 15. Jh.

    Im angebauten Bruderhäuslein lebt der „Bruder auf dem Berg“, ein Laienbruder. Er läutet, hält die Kirche instand und flicht Siebe. Die Stadtrechnungen führen ihn bis 1536.

  2. ab 1444

    Auf dem Berg wird Kirchweih gefeiert, später „Sichelkirchweih“ genannt, weil sie in die Getreideernte fällt. Am Katharinentag steht dort ein Jahrmarkt mit Buden.

  3. 1453/54

    Die Bürgerschaft erwirbt zwei weitere Ablassbriefe aus Venedig. Ein Wunsiedler bringt von dort Reliquien der heiligen Katharina mit. Die Kirche wird nach Westen erweitert; die Fuge ist an der Ruine bis heute zu sehen.

  4. 1462

    Die Kirche wird zerstört.

  5. 1529 – 1536

    Mit der Reformation endet der Wallfahrtsbetrieb. Der Bevölkerung fällt das schwer: Es ist „die älteste Kirche der Stadt und immer noch die bekannteste Wallfahrtskirche des Fichtelgebirges“.

  6. 1563/65

    Dachstuhl und Glocken werden abgetragen. Der Turm bleibt stehen und wird weiter instand gehalten — in Kriegszeiten mit einer Wache besetzt.

  7. 1811

    Auf Anstoß von Louis Vogel wird der Berg zur „Englischen Anlage“ umgestaltet. Es ist der Beginn des Bürgerparks, der bis heute besteht. Später folgt die Schmidt’sche Anlage von Dr. Albert Schmidt.

  8. 1902

    Georg und Mary Hey, ausgewandert nach New York, stiften großzügig für die nach ihnen benannte Anlage mit begehbarer Grotte und Alleen aus Linden und amerikanischen Roteichen. Der Berg war den Wunsiedlern noch über den Atlantik hinweg wichtig.

  9. 2002

    An der Kirchenruine werden acht Schrifttafeln mit den Seligpreisungen als Friedenssymbol angebracht.

  10. 2022

    Die Stadt Wunsiedel erhält den Biodiversitätspreis „NaturVielfaltBayern“ des Bayerischen Naturschutzfonds — für den Schutz der Fledermäuse in elf sanierten Felsenkellern der Kellergasse am Fuß des Berges.

1384

Die Bürgerschaft von Wunsiedel kaufte das Lehensrecht über zwei Dörfer, um eine tägliche Messe auf ihrem Berg zu bezahlen. Der Katharinenberg war nie einfach Landschaft. Er war ein gemeinsames Projekt der Stadt, finanziert von ihren Bürgern — vor 640 Jahren.

Auch die Terrassen und die tief eingeschnittenen Anfuhrwege am Steilhang nach Norden und Westen stammen aus dieser Zeit. Sie sind sichtbare Spuren der Landwirtschaft, die den Berg über Jahrhunderte geprägt hat.

Uns geht es nicht um Nostalgie. Es geht darum, wovon hier eigentlich die Rede ist. Wer über den Katharinenberg entscheidet, entscheidet über den Ort, an dem diese Stadt begonnen hat — und über einen Park, den Wunsiedler Bürger seit über zweihundert Jahren aus eigener Tasche gestalten.

Quellen: Angaben und Zitate zum Mittelalter nach Elisabeth Jäger, Wunsiedel 1163–1560. I. Band einer Geschichte der Burg und der Stadt Wunsiedel, Eigenverlag der Stadt Wunsiedel 1987, Kapitel VI „St. Katharina auf dem Berg“. — Angaben zur Parkgeschichte, zur Kirchenruine und zum Naturdenkmal nach berg-erleben.de, der Seite zum Katharinenberg. — Der Biodiversitätspreis 2022 nach dem Bayerischen Naturschutzfonds. — Die Umweltstation „Lernort Natur-Kultur Fichtelgebirge“ nach eigener Darstellung; dort wird der Katharinenberg als ältester Bürgerpark Bayerns bezeichnet.

Galerie

Wie der Berg aussieht

Fast jede und jeder Wunsiedler hat solche Bilder auf dem Handy. Senden Sie uns Ihre Bilder vom Katharinenberg!

Ihr Foto gehört hierher

Je mehr Bilder wir zeigen, desto deutlicher wird, was dieser Berg für Wunsiedel ist. Ein Foto genügt, Ihr Name dazu.

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Im Wortlaut

Unser Antrag an den Bürgermeister

Damit sich jede und jeder ein eigenes Bild machen kann, veröffentlichen wir die Schreiben vollständig.

Das Schreiben im Wortlaut lesen

An den Bürgermeister der Stadt Wunsiedel
Herrn Nicolas Lahovnik
Marktplatz 6, 95632 Wunsiedel

Antrag auf Durchführung einer Bürgerversammlung und Auskunftsersuchen zum Großprojekt „Keltendorf / Wunhenge“ auf dem Katharinenberg

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Lahovnik,

der Beschluss des Stadtrates vom 23. Juli 2026 zur Einleitung der Bauleitplanung auf dem Katharinenberg betrifft das Filetstück unseres städtischen Naherholungsraumes.

Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten bindet das Projekt im wiederholten Anlauf immer wieder personelle und finanzielle Ressourcen der Stadtverwaltung und beschäftigt die gesamte Bürgerschaft. Der aktuelle Bericht in der Frankenpost lässt Fragen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit, zu den behördlichen Genehmigungsrisiken und zur Transparenz des Verfahrens offen.

Zur Information der Wunsiedler Bevölkerung bitten wir zeitnah, innerhalb der nächsten 8 Wochen, eine außerordentliche Bürgerversammlung zu dieser Thematik einzuberufen.

An dieser Stelle sei an Ihr Wort der offenen Informationspolitik erinnert, das Sie, Herr Lahovnik, zu Beginn Ihrer ersten Amtszeit der Wunsiedler Bürgerschaft gaben.

In diesem Sinne bitten wir Sie um eine schriftliche Rückantwort und die Bestimmung eines Termins zur Bürgerinformation. Ihre Rückmeldung zu diesem Schreiben erbitten wir per E-Mail bis zum 11.09.2026 an katherer-wun@gmx.de.

Mit freundlichen Grüßen
Die Bürgerinitiative zum Schutze unseres Katharinenbergs/Bürgerparks

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

Christine Axmann-KolbAlexander BraunJürgen FraasJutta FraasHarald GrundlerGerhard HanskePeter HofwellerKlaus-Peter KolbHans Joachim KrügerChristian KüspertSilvia KüspertTina Küspert-SchelterKarsten LeupoldGisela LeyMatthias LeyDr. Wolfram LeyMarion MeyerhöferAngelika NürnbergerBjörn PrellGerman SchlaugDorothea SchmidStefan SchürmannWilli SeilerDr. Peter SeißerChristina SommererNikola SzymanskyRainer WarzechaSandra WejboraSeverin Wejbora
Die Antwort des Bürgermeisters im Wortlaut lesen

Antwort des Bürgermeisters

Von
Nicolas Lahovnik, Erster Bürgermeister
Gesendet
10. September 2026, 11:11 Uhr
Betreff
Ihr Schreiben ohne Datum / Eingang am 25.8. i.S. Bauleitplanung Freizeitgelände Katharinenberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne bestätige ich den Eingang Ihres Schreibens ohne Datum, hier eingegangen am 25.8., in Sachen Bauleitplanung Freizeitgelände am Katharinenberg.

Selbstverständlich ist mir, wie gewohnt, eine umfassende und transparente Informationspolitik wichtig:

Sicher haben Sie festgestellt, dass im aktuellen WUNSIEDLER eine doppelseitige Information zu dem Projekt enthalten ist. Redaktionsschluss war übrigens der 21.8., also bevor ich von Ihrer Initiative Kenntnis hatte. Zudem habe ich im Rahmen meines „Sommerinterviews“ mit der Frankenpost am 19.8. proaktiv über die Bauleitplanung informiert – also ebenfalls, bevor ich von Ihrer Initiative wusste. Natürlich war auch die Stadtratssitzung am 23.7., in der die Bauleitplanung angestoßen wurde, öffentlich. Selbstverständlich ist auch vorgesehen, über das Projekt in einer Bürgerversammlung am 15. Oktober, um 19:00 Uhr, im Haus der Energiezukunft, Rot-Kreuz-Straße 1, zu informieren und Fragen der Bürgerschaft umfassend zu beantworten.

Gerne möchte ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass auch und vor allem das vom Stadtrat eingeleitete und gesetzlich streng vorgeschriebene, offene und transparente Verfahren der Bauleitplanung ja gerade dazu dient, alle öffentlichen Belange ergebnisoffen in die Planung einfließen zu lassen, bevor es tatsächlich zu einer Entscheidung und / oder der Schaffung von Fakten kommt. Deshalb ist es mir auch wichtig, mich für Ihr Engagement zu bedanken: Uns allen ist daran gelegen, dass alle relevanten Aspekte in das Verfahren einfließen. Wo viele Menschen ihre Fragen und Bedenken äußern, dort wird das Ergebnis am tragfähigsten.

Insofern freue ich mich auf die Gespräche mit Ihnen und auch darauf, dass Sie Ihre Einwendungen aktiv in die Bauleitplanung mit einbringen.

Eine Bitte hätte ich allerdings:

Auf Ihrer Website werde ich falsch zitiert mit der Aussage „Weder die Naturschützer noch die Modellflieger noch die Landwirte haben Bedenken geäußert.“

Dies bitte ich zu korrigieren, da ich das so nie gesagt habe – das korrekte Zitat lautet: „Weder den Modellfliegern noch den Landwirten wird etwas weggenommen. Wir nehmen die Bedenken ernst, konnten aber den Forderungen entsprechen. So sind wir sind mit den Modellfliegern übereingekommen, dass die Bebauung weitere 100 Meter von der Flugzone wegrückt.“ (vgl. https://www.frankenpost.de/inhalt.zukunft-von-wunsiedel-keltendorf-und-campus-als-schluesselprojekte.d1d3f1b8-0433-4dd0-b4dd-54a0adc4ff63.html, ebenso zu lesen auch in der Print-Ausgabe der Frankenpost vom 28.8.).

Zugegeben, auch das ist eine etwas verkürzte Darstellung, denn selbstverständlich kann Bedenken erst entsprochen sein, wenn sich dies auch in der Bauleitplanung manifestiert – aber wir wissen alle, dass die mediale Zusammenfassung naturgemäß nur verkürzt darstellen kann, was gesagt wurde.

Zudem weiß ich auch, dass Sie mich nicht böswillig falsch zitiert haben – tatsächlich war das falsche Zitat für einige Minuten in der Vorabend-Online-Ausgabe zu lesen. Ich habe den Autor jedoch darauf hingewiesen, dass ich das so nicht gesagt habe, daraufhin hat die Frankenpost den Artikel entsprechend korrigiert und dann auch so abgedruckt.

Herzliche Grüße

Nicolas Lahovnik
Erster Bürgermeister

Unsere Antwort an den Bürgermeister vom 11. September 2026 lesen

Antwort der Bürgerinitiative

Von
Bürgerinitiative zum Schutze unseres Katharinenbergs
Gesendet
11.09.2026
Betreff
Bauleitplanung „Freizeitgelände am Katharinenberg“ – Ihr Schreiben vom 10. September 2026 – unser Verlangen nach einer eigenen Bürgerversammlung zu diesem Thema

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Lahovnik,

vielen Dank für Ihre Antwort vom 10. September 2026 und für Ihre Zusage, das Verfahren offen und transparent zu führen. Wir nehmen Sie beim Wort – und knüpfen genau daran an.

1. Zum Zitat: Wir haben korrigiert

Sie haben recht, und wir haben gehandelt. Das auf unserer Website wiedergegebene Zitat war falsch. Es stammte aus der Vorabend-Online-Fassung des Frankenpost-Artikels, die später korrigiert wurde. Wir haben die Passage am 11.09.2026 von der Website genommen und durch Ihren korrekten Wortlaut ersetzt:

„Weder den Modellfliegern noch den Landwirten wird etwas weggenommen. Wir nehmen die Bedenken ernst, konnten aber den Forderungen entsprechen. So sind wir mit den Modellfliegern übereingekommen, dass die Bebauung weitere 100 Meter von der Flugzone wegrückt.“

Wir bedauern den Fehler und danken für den Hinweis. Uns ist daran gelegen, dass diese Auseinandersetzung sachlich und fair geführt wird – von beiden Seiten und über die gesamte Dauer des Verfahrens.

2. Was wir anerkennen

Die doppelseitige Darstellung im WUNSIEDLER, Ihr Sommerinterview vom 19. August und die öffentliche Stadtratssitzung vom 23. Juli sind Informationsangebote, und wir bestreiten weder deren Existenz noch Ihre gute Absicht. Auch der für den 15. Oktober angekündigte Termin im Haus der Energiezukunft ist ein Schritt. Wir werden daran selbstverständlich teilnehmen.

3. Warum uns das nicht genügt

Information ist noch keine Beteiligung. Ein Amtsblattbeitrag, ein Zeitungsinterview und eine Ratssitzung, in der zugehört werden darf, sind Kommunikation in eine Richtung. Beteiligung beginnt dort, wo die Bürgerschaft nicht nur erfährt, was geplant ist, sondern mitberät, welche Varianten überhaupt zur Wahl stehen.

Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich beim Termin am 15. Oktober um die jährliche Bürgerversammlung nach Art. 18 Abs. 1 GO, deren Tagesordnung das gesamte Spektrum städtischer Angelegenheiten umfasst. Das Vorhaben am Katharinenberg wäre dort ein Punkt unter mehreren. Sollte das nicht zutreffen, bitten wir um Übersendung der vorgesehenen Tagesordnung.

Für ein Vorhaben dieser Tragweite ist ein Tagesordnungspunkt zu wenig Raum. Zu erörtern sind mindestens:

  • der Eingriff in Landschaftsbild, Naherholung und den bestehenden Bürgerpark Katharinenberg;
  • Erschließung, Verkehrsaufkommen und Parkierung;
  • Investitionskosten, Folgekosten und Betriebsrisiko für den städtischen Haushalt;
  • Auswirkungen auf Landesjagdschule, Modellflug, Landwirtschaft und Naturschutz sowie der Stand der jeweiligen Abstimmungen;
  • die geprüften Standort- und Umfangsalternativen einschließlich der Nullvariante.

Hinzu kommt ein Punkt, der uns rechtlich wesentlich erscheint: In der Bürgerversammlung sind die Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger abstimmungsberechtigt, und Empfehlungen der Bürgerversammlung müssen nach Art. 18 GO innerhalb von drei Monaten vom Stadtrat behandelt werden. Dieses Instrument entfaltet seine Wirkung nur, wenn zu einem Gegenstand tatsächlich in Ruhe beraten und abgestimmt werden kann. Als letzter Punkt einer Sammeltagesordnung um 21:30 Uhr ist das nicht der Fall.

Sie schreiben: „Wo viele Menschen ihre Fragen und Bedenken äußern, dort wird das Ergebnis am tragfähigsten.“ Dem stimmen wir ohne Einschränkung zu. Genau deshalb bitten wir um ein Format, in dem viele Menschen tatsächlich zu Wort kommen können.

4. Unsere Forderung

Wir fordern die Einberufung einer eigenen Bürgerversammlung, die ausschließlich die Bauleitplanung „Freizeitgelände am Katharinenberg“ zum Gegenstand hat, mit folgender Tagesordnung:

Bauleitplanung „Freizeitgelände am Katharinenberg“: Vorstellung des Planungsstands, der geprüften Standort- und Umfangsalternativen einschließlich der Nullvariante sowie der zu erwartenden Investitions- und Folgekosten; Aussprache; Beschlussfassung über Empfehlungen der Bürgerversammlung an den Stadtrat.

Darüber hinaus bitten wir um:

  • einen eigenen Termin – nicht als Tagesordnungspunkt der Versammlung vom 15. Oktober;
  • Bereitstellung der wesentlichen Unterlagen (Stadtratsbeschluss vom 23.07.2026, Planungsvorentwurf, Flächenbilanz, vorliegende Gutachten, Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2024 und Kostenschätzung) spätestens 14 Tage vor dem Termin auf der städtischen Website;
  • einen Raum, der auf eine dreistellige Teilnehmerzahl ausgelegt ist, sowie eine Zeitplanung, die Aussprache und Abstimmung tatsächlich zulässt;
  • eine Echtzeitübertragung in Ton und Bild über das Internet, soweit die Stadt hiervon nach Art. 18 GO Gebrauch machen kann.

5. Antrag nach Art. 18 Abs. 2 GO

Wir sammeln ab sofort Unterschriften für den förmlichen Antrag auf Einberufung dieser Bürgerversammlung nach Art. 18 Abs. 2 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern. Danach muss eine Bürgerversammlung innerhalb von drei Monaten stattfinden, wenn dies von mindestens 5 v.H. der Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger unter Angabe der Tagesordnung schriftlich beantragt wird. Die oben wiedergegebene Tagesordnung ist zugleich der Wortlaut, der den Unterschriftenlisten zugrunde liegt.

Wir streben rund 500 Unterschriften an und damit deutlich mehr, als das Gesetz verlangt. Wir tun das nicht, um Druck aufzubauen, sondern um sichtbar zu machen, wie viele Menschen in Wunsiedel dieses Thema bewegt.

Uns wäre es lieber, die Listen gar nicht einreichen zu müssen. Sagen Sie die eigenständige Bürgerversammlung bis zum 25.09.2026 zu, beenden wir die Sammlung und werben stattdessen für eine gute Beteiligung an diesem Termin. Andernfalls legen wir die Unterschriften vor, und die Versammlung findet nach Art. 18 Abs. 2 GO innerhalb von drei Monaten statt.

6. Ein Angebot zum Format

Erlauben Sie uns einen konstruktiven Vorschlag. Bürgerversammlungen scheitern selten am Interesse, häufig aber am Format: Eine Präsentation, dann Wortmeldungen, dann eine Ja-Nein-Abstimmung über eine fertige Planung – das erzeugt Lager, nicht Erkenntnis.

Wir schlagen vor, die Bewertung nach dem Systemischen Konsensieren zu strukturieren: Mehrere Varianten des Vorhabens – einschließlich der Nullvariante – werden nicht danach beurteilt, wer die meisten Befürworter hat, sondern danach, wie viel Widerstand jede Variante in der Bürgerschaft auslöst. Das Verfahren ist in zwanzig Minuten erklärt, liefert ein differenziertes Bild statt einer Kampfabstimmung und ist als Empfehlung an den Stadtrat weit aussagekräftiger als ein knappes Handzeichen. Moderation und Auswertung bringen wir ein, wenn Sie das wünschen.

Für ein persönliches Gespräch stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Nürnberger
Jürgen Fraas

für die Bürgerinitiative zum Schutze unseres Katharinenbergs:

Dr. Wolfram Ley, Gisela Ley, Angelika Nürnberger, Matthias Ley, Dr. Peter Seißer, Willi Seiler, Jürgen Fraas, Jutta Fraas, Christina Sommerer, Björn Prell, Marion Meyerhöfer, Nikola Szymansky, Severin Wejbora, Sandra Wejbora, Christian Küspert, Silvia Küspert, Tina Küspert-Schelter, Alexander Braun, Karsten Leupold, Dorothea Schmid, German Schlaug, Peter Hofweller, Stefan Schürmann, Christine Axmann-Kolb, Harald Grundler, Klaus-Peter Kolb, Gerhard Hanske, Rainer Warzecha, Hans Joachim Krüger

Die weitere Antwort des Bürgermeisters vom 16. September 2026 lesen

Antwort des Bürgermeisters

Von
Nicolas Lahovnik, Erster Bürgermeister
Gesendet
16. September 2026
Betreff
Bauleitplanung „Freizeitgelände am Katharinenberg“ – Ihr Schreiben vom 11. September 2026

Sehr geehrte Frau Nürnberger,
sehr geehrter Herr Fraas,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 11. September 2026 und die darin dargelegten Anregungen zur weiteren Information und Beteiligung der Bürgerschaft.

Da das Vorhaben einige Bürgerinnen und Bürger in besonderem Maße bewegt, haben wir uns bewusst dazu entschieden, die Bauleitplanung „Freizeitgelände am Katharinenberg“ zum Schwerpunktthema der diesjährigen Wunsiedler Bürgerversammlung zu machen. Die Tagesordnung übersende ich Ihnen als Anlage.

Im Rahmen der Bürgerversammlung wird umfänglich Gelegenheit bestehen, nochmals über den aktuellen Stand des Projekts zu informieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern in einen offenen Austausch zu treten. Dabei sollen offene Fragen geklärt, unterschiedliche Sichtweisen erörtert sowie Anregungen aus der Bürgerschaft aufgenommen werden. Um hierfür einen angemessenen Rahmen zu schaffen, haben wir mit dem Haus der Energiezukunft einen ausreichend großen Saal gewählt, der für eine dreistellige Zahl von Teilnehmenden ausgelegt ist.

Selbstverständlich können in jeder Bürgerversammlung (auch spontan) Empfehlungen an den Stadtrat ausgesprochen werden, die gemäß Art. 18 Absatz 5 der Gemeindeordnung innerhalb einer Frist von drei Monaten im Gremium zu behandeln sind.

Unabhängig davon möchte ich Sie herzlich einladen, bereits kurzfristig in einem persönlichen Gespräch im Rathaus die angesprochenen Themen gemeinsam zu vertiefen. Mein Büro wird sich zur Terminvereinbarung mit Ihnen in Verbindung setzen.

Gerne nehme ich Ihr Schreiben und die darin aufgeworfenen Fragen nochmals zum Anlass, Ihnen die maßgeblichen Beweggründe des Stadtrats für das Projekt darzulegen und zugleich auf Ihre Fragen einzugehen.

Die Stadt sieht in dem geplanten Keltenpark die Chance, das Freizeit- und Tourismusangebot Wunsiedels gezielt zu ergänzen und die Attraktivität des Standorts nachhaltig weiterzuentwickeln. In meinen Gesprächen mit Wunsiedler Gastronomie-, Einzelhandels- und Beherbergungsbetrieben wird mir regelmäßig geschildert, wie wichtig zusätzliche Gäste, Besucherinnen und Besucher für deren wirtschaftliche Entwicklung sind. Ein neuer touristischer Anziehungspunkt kann zusätzliche Nachfrage schaffen und damit Wertschöpfung nicht nur im Park selbst, sondern auch in der Innenstadt und bei weiteren örtlichen Betrieben ermöglichen.

Mit einem vorgesehenen privaten Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro wäre das Vorhaben zugleich ein deutliches Bekenntnis zum Standort Wunsiedel. Nach derzeitigem Planungsstand sollen im Keltenpark unmittelbar rund 20 Arbeitsplätze entstehen. Hinzu kommen mögliche Aufträge für Wunsiedler und regionale Unternehmen, etwa in den Bereichen Reinigung, Grünpflege, Handwerk, Wartung, Logistik und sonstige Dienstleistungen. Auch während der Bauphase können Betriebe aus der Region von der Investition profitieren, soweit sie bei der Auftragsvergabe berücksichtigt werden.

Ein wesentliches Ziel des Konzepts ist ein ganzjährig attraktives und teilweise wetterunabhängiges Angebot. Damit kann der Keltenpark die bestehenden touristischen Anziehungspunkte, insbesondere die Luisenburg-Festspiele und das Felsenlabyrinth, sinnvoll ergänzen und auch außerhalb der touristischen Hauptsaison zusätzliche Besuchsanlässe schaffen. Die unterschiedlichen Angebote stehen dabei nicht in Konkurrenz, sondern können sich gegenseitig verstärken: Wenn Gäste mehrere Ziele miteinander verbinden, länger in Wunsiedel bleiben oder erneut in die Stadt kommen, steigen die Chancen auf zusätzliche Übernachtungen sowie Umsätze in Gastronomie und Einzelhandel. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine gute touristische Vernetzung und gemeinsame Vermarktung der Angebote.

Bei allen mit dem Projekt verbundenen Chancen ist zugleich klar, dass die Auswirkungen des Vorhabens sorgfältig geprüft, unterschiedliche Belange angemessen berücksichtigt und mögliche Belastungen so weit wie möglich vermieden werden müssen. Die von Ihnen angesprochenen Fragen sind daher wesentliche Bestandteile des weiteren Planungsverfahrens. Zum gegenwärtigen Planungsstand kann ich hierzu Folgendes festhalten:

Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild, die Naherholung und den Bürgerpark Katharinenberg werden im weiteren Bauleitplanverfahren sorgfältig geprüft und abgewogen. Oberstes Ziel ist es dabei, Eingriffe so gering wie möglich zu halten und den Katharinenberg als Naherholungsraum für die Wunsiedler Bürgerinnen und Bürger zu bewahren.

Auch die verkehrliche Erschließung und die Unterbringung des ruhenden Verkehrs sind wesentliche Bestandteile der weiteren Planung. Ziel ist es, den Besucherverkehr auf möglichst direktem Weg von der Staatsstraße zum Keltenpark und nach dem Besuch wieder zurück zur Staatsstraße zu führen. Die erforderlichen Stellplätze sollen dem Vorhaben so zugeordnet und erschlossen werden, dass kein vermeidbarer Parksuch- oder Durchgangsverkehr in anderen Bereichen des Katharinenbergs entsteht. Auf diese Weise sollen die angrenzenden Erholungsbereiche vor zusätzlichen Verkehrsbelastungen geschützt werden. Besonders wichtig ist mir, dass der Bereich unseres Modellflugvereins nicht vom öffentlichen Besucherverkehr, auch des Fußgängerverkehrs, des Keltenparks in Anspruch genommen oder beeinträchtigt wird, sowie, dass die Landwirtschaft und der landwirtschaftliche Verkehr nicht behindert werden.

Die Kosten und Risiken für Planung und Herstellung des Projekts trägt allein der Investor. Der Stadt entstehen insoweit keine Aufwendungen. Die vom Investor herzustellende Erschließung soll nach ihrer Fertigstellung auf die Stadt übertragen werden. Dies entspricht einer bei vergleichbaren Erschließungsvorhaben üblichen Vorgehensweise (z.B. Energiepark, Kasernengelände, Turnerheimgelände, etc.).

Auch die von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Unterstützerinnen und Unterstützern der Bürgerinitiative geäußerte Sorge vor einem Verfall der Anlage im Falle einer Außerbetriebnahme des Parks nehmen wir sehr ernst. Deshalb wird im städtebaulichen Vertrag eine durch Bürgschaft abgesicherte Rückbauverpflichtung vereinbart. Dadurch wird sichergestellt, dass die Stadt im Insolvenzfall den Rückbau und die Wiederherstellung des ursprünglichen Grundstückszustands unter Inanspruchnahme der Bürgschaft veranlassen kann. Übrigens ist Baurecht nicht gleich Baurecht. Die geäußerte Sorge, dass im Fall eines Rückbaus der Anlage dann dort eine für jedwede weitere Nutzung (z.B. Wohnen) erschlossene Fläche besteht ist nicht gerechtfertigt, da der Bebauungsplan die Nutzung entsprechend einschränken soll.

Die Belange der Landesjagdschule, des Modellflugs, der Landwirtschaft und des Naturschutzes werden in die weitere Planung einbezogen. Ziel ist es, bestehende Nutzungen möglichst miteinander in Einklang zu bringen und gemeinsam mit den Betroffenen tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Abschließend möchte ich auf Ihre Bitte eingehen, die wesentlichen Planungsunterlagen vor der Bürgerversammlung öffentlich bereitzustellen. Der von Ihnen angesprochene Stadtratsbeschluss vom 23. Juli 2026 ist, wie alle in öffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse, bereits auf der städtischen Homepage unter „Rathaus & Politik – Gremien – Stadtrat“ bei der entsprechenden Sitzung abrufbar. Den Bebauungsplanentwurf vom 23. Juli 2026 sowie die weiteren Anlagen zum Beschluss übersenden wir Ihnen mit diesem Schreiben.

Darüber hinaus sind die Unterlagen zum Bauleitplanverfahren auch immer auf der Homepage der Stadt Wunsiedel unter „Bauen & Wohnen – Bauleitplanung – Aktuell im Verfahren“ für die Öffentlichkeit abrufbar.

Wir bitten zugleich um Verständnis, dass die Machbarkeitsstudie des Investors vertrauliche betriebliche und wirtschaftliche Angaben enthält und deshalb nicht veröffentlicht werden kann.

Im Sinne einer transparenten Information der Öffentlichkeit bin ich selbstverständlich damit einverstanden, dass Sie sowohl meine vorausgegangene Stellungnahme per E-Mail als auch dieses Antwortschreiben auf der Website der Bürgerinitiative veröffentlichen.

Mir ist wichtig, die weitere Diskussion sachlich, offen und konstruktiv zu führen. Ich freue mich daher auf unser persönliches Gespräch und darauf, Sie bei der Wunsiedler Bürgerversammlung begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße

Nicolas Lahovnik
Erster Bürgermeister

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Wer wir sind

29 Wunsiedlerinnen und Wunsiedler

Wir sind eine parteiunabhängige Bürgerinitiative. Die folgenden Namen stehen unter dem Antrag an den Bürgermeister:

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Christine Axmann-KolbAlexander BraunJürgen FraasJutta FraasHarald GrundlerGerhard HanskePeter HofwellerKlaus-Peter KolbHans Joachim KrügerChristian KüspertSilvia KüspertTina Küspert-SchelterKarsten LeupoldGisela LeyMatthias LeyDr. Wolfram LeyMarion MeyerhöferAngelika NürnbergerBjörn PrellGerman SchlaugDorothea SchmidStefan SchürmannWilli SeilerDr. Peter SeißerChristina SommererNikola SzymanskyRainer WarzechaSandra WejboraSeverin Wejbora